Samhain, Beltane, Lughnasadh – all das sind uralte Feste und Rituale im Jahreskreislauf, die die Menschen lange vor der Christianisierung in Europa gefeiert haben. Viele dieser keltischen Bräuche haben bis in unsere heutige Zeit überlebt, ohne dass wir wissen, woher sie stammen. Ute Reiber und Manuel Boecker von der Kulturzentrale „KULTUR LE MUC“ erwecken in der Weihnachtszeit zwei dieser Mythen wieder zum Leben. Kein leichtes Unterfangen, da die Kelten keine schriftlichen Aufzeichnungen kannten und die Sagen teilweise erst Jahrhunderte später aufgeschrieben wurden. Die beiden Teile „Von Königen und der Anderswelt“ und „ Heldinnen in uralter Zeit“ sind szenische Lesungen für Kinder und Erwachsene, atmosphärisch bebildert mit Puppen und Objekten.

Sonntag, 22.12.2019   15 Uhr
„Prinzessin Branwen rettet den Feenritter“ und „Wie der junge Artus sein Schwert bekam“

Bei der Geschichte vom Feenritter Tam Lin steht dieser nur scheinbar im Vordergrund, eigentliches Thema ist der Kampf zweier starker Frauen, um die Liebe ihres Lebens. Die Feenkönigin verzaubert Tam Lin in eine Schlange, in glühendes Eisen und in eine Eidechse, doch die Prinzessin trotzt durch ihre unergründliche Liebe allen Schmerzen und besiegt die dunkle Macht der Feenkönigin. Im abschließenden Stück vom jungen König Artus geht es um ein „Coming-of-age“ Thema, Artus findet nach einer fantasievollen Kindheit seine zukünftige Bestimmung als König von England. Begleitet wird er vom Druiden Merlin, bei dem sich das langsame Verschwinden des alten keltischen Glaubens schon andeutet. Passend zur Wintersonnenwende vom 21. auf den 22. Dezember fand die keltische Märchen-Trilogie am kürzesten Tag des Jahres ihr Ende, bevor nach den 12 Rauhnächten der goldborstige Eber das Weltenrad wieder neu anstößt. Wie sagte schon Karl Valentin, „nach der staden Zeit wird es auch wieder ruhiger“…